Fahrradmobilität

Das Fahrrad ist ein wichtiger Baustein, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Der Verkehrssektor ist in Südtirol für fast die Hälfte aller landesweit emittierten Treibhausgase verantwortlich und somit auch das größte Sorgenkind beim Thema Klimawandel. Die Förderung der Fahrradmobilität ist ein wichtiger Ansatz auf lokaler Ebene, um aktiv Klimaschutz zu betreiben.


Veröffentlichungsdatum:

13.11.2024

Lesedauer

7 Minuten

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Fahrradmobilität

Das Fahrrad ist ein wichtiger Baustein, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Der Verkehrssektor ist in Südtirol für fast die Hälfte aller landesweit emittierten Treibhausgase verantwortlich und somit auch das größte Sorgenkind beim Thema Klimawandel. Die Förderung der Fahrradmobilität ist ein wichtiger Ansatz auf lokaler Ebene, um aktiv Klimaschutz zu betreiben.

Das Potential des Fahrrads als Alltagsverkehrsmittel ist groß: Viele Wege in der Gemeinde können einfach mit dem Fahrrad oder, wenn es sich um kürzere Distanzen handelt, auch zu Fuß zurückgelegt werden. Das Fahrrad bringt als emissionsloses, gesundes und günstiges Fortbewegungsmittel zahlreiche Vorteile mit sich. Das besonders platzsparende und effiziente Verkehrsmittel trägt direkt zur Erhöhung der Lebensqualität bei und sorgt für Verkehrsberuhigung in der Gemeinde.

Die Gemeinde Partschins hat 2 wesentliche Initiativen gestartet, um die Fahrradmobilität im Dorf zu fördern:


Projekte Schulen

Im Dezember 2023 wurde die Aktion „Radfahren mit Licht“ in den Grundschulen von Rabland und Partschins durchgeführt. Sie sollte zu mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit für radfahrende SchülerInnen und BürgerInnen in Rabland und Partschins aufrufen. Die SchülerInnen dekorierten ausgediente Fahrräder auffällig und entwarfen ein eigenes Projektlogo. Die Fahrräder wurden an mehreren Standorten im Dorf aufgestellt. Im Frühling 2024 nahmen mehr als 70 SchülerInnen der 4. und 5. Klassen der Grundschulen Partschins und Rabland an Fahrradsicherheitstrainings teil. Sie übten den richtigen Umgang mit dem Fahrrad, aber auch Brems- und Schalttechniken.


PRO-BYKE

Durch die Teilnahme am Projekt „PRO-BKYE“ der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt soll verstärkt die Fahrradmobilität gefördert werden. Koordiniert wird das Projekt von Ulrich Schweitzer, dem zuständigen Gemeindereferenten. Die Mitglieder des BykeTeams bringen ihre Sichtweise auf das Thema Fahrradmobilität ein. Gemeinsam mit den Experten der Bezirksgemeinschaft und dem Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige Genossenschaft hat das Team eine Fahrradstrategie und einem Maßnahmenplan für Partschins erarbeitet. 

  

Vision Radverkehr Partschins


1. Ausgangssituation

Die Gemeinde Partschins ist die zweitgrößte Gemeinde im Burggrafenamt und zählt aktuell 3.955 EinwohnerInnen (Gemeindedatenblatt Astat vorläufige Zahlen 2023). In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Maßnahmen umgesetzt, um das Angebot an nachhaltigen Mobilitätsformen zu verbessern. Gemeinsam mit den anderen Gemeinden im westlichen Burggrafenamt wurde bzw. wird auf Landesebene die Verkehrsberuhigung im unteren Vinschgau (u.a. durch Umfahrungen) vorangetrieben. Im Bereich Radmobilität stellt sich die Situation aktuell wie folgt dar:

Die Fahrradmobilität ist umweltfreundlich und hat positive Auswirkungen auf die Lebensqualität, daher ist sie ein zentraler Bestandteil für die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde Partschins. Das Fahrradfahren hat positive Auswirkungen auf Gesellschaft, Umwelt, Tourismus und Wirtschaft. Durch eine konsequente Radverkehrsförderung können Lärm-, Stickoxid- und Feinstaubbelastung reduziert sowie Gesundheit und Lebensqualität gesteigert werden. 

Partschins ist an den übergemeindlichen Fahrradweg angebunden. Innerörtlich gilt Tempo 30, sodass RadfahrerInnen im Mischverkehr sicher teilnehmen können. Abstellanlagen sind im gesamten Ortsgebiet verteilt, jedoch nicht in auseichender Anzahl und Qualität. Die Gemeinde Partschins hat sich besonders bei der Umsetzung von Sensibilisierungsprojekten in den Schulen bemüht: In Grund- und Mittelschulen wurden Fahrradsicherheitskurse durchgeführt. Auch wurde eine Aktion „Licht an“ durchgeführt, um das Radfahren mit Licht zu bewerben und die AutofahrerInnen für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr zu motivieren. Die Gemeinde hat sich am Prozess der STA Green Mobility beteiligt und Wunsch-Fahrradlinien in den so genannten „Radfunktionalen Einheiten“ (RFE) für ihr Gemeindegebiet definiert.

Im Klimaplan der Gemeinde, der im Herbst 2022 erstellt und durch den Gemeinderat genehmigt wurde, wird in Maßnahme MOB 04 „Förderung der Fahrradmobilität“ die Umsetzung von mehreren Fahrradinitiativen vorgesehen, unter anderem die Durchführung der PRO-BYKE-Beratung.

Laut einer Erhebung zur Verkehrsmittelwahl der BürgerInnen, welche 2012 im Rahmen des EFRE-Projektes NaMoBu (Nachhaltige Mobilität Burggrafenamt) durchgeführt wurde, werden rund 2% der Wege in Partschins mit dem Fahrrad zurückgelegt. Bei einer weiteren Erhebung im Herbst 2024 (Interreg-Projekt PRO-BYKE) wurde ein Stimmungsbild zum Radfahren in Partschins eingeholt. Ca. 66% der befragten Personen sind der Ansicht, dass sich die Situation für RadfahrerInnen in den letzten Jahren verbessert hat. Ca. 57% der Befragten fühlen sich mit dem Fahrrad sicher in Partschins. Ca. 57% sind der Meinung, dass das Ortszentrum in Partschins gut mit dem Fahrrad erreichbar ist. Immerhin 60% der Befragten sind der Meinung, dass die Geschwindigkeit der Autos für RadfahrerInnen angemessen ist. Nur 22,6% der Bevölkerung sind der Ansicht, dass es genügend Abstellanlagen im Dorf gibt. 79% der befragten Personen sind der Ansicht, dass Fahrräder in Partschins häufig gestohlen werden.


2. Die Vision

Partschins entwickelt sich zu einer fahrradfreundlichen Gemeinde: Vor allem kurze Strecken sollen in Zukunft mit dem Rad zurückgelegt werden, um die Verkehrsbelastung in den Ortskernen einzuschränken. Alle öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Freizeiteinrichtungen und wichtigen Verkehrsknotenpunkte sind sicher und direkt mit dem Fahrrad erreichbar. Die Straßengestaltung erfolgt mit Bevorzugung des Radverkehrs, Kreuzungsbereiche werden radfreundlich gestaltet.

Auch gibt es ausreichend sichere Abstellanlagen in hochwertiger Qualität. Durch ein verständliches Radleitsystem können Einheimische und Gäste vom übergemeindlichen Radweg einfach in die Ortskerne gelangen und auch Nebenstraßen als Fahrradweg nutzen. Im Straßenverkehr begegnen sich FahrradfahrerInnen und motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen mit gegenseitiger Rücksicht. In der Gemeinde besteht ein Netzwerk an InteressenvertreterInnen und BürgerInnen, welches sich zusammen mit dem PRO BYKE Radteam für die Belange des Radverkehrs einsetzt. Im Gemeindeamt kümmert sich ein/e MitarbeiterIn um den Bereich Radmobilität. Es werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, um die Bevölkerung zum Radfahren zu motivieren. Um die Sicherheit der Kinder zu fördern, werden Fahrradprojekte in Kindergärten, Schulen und mit Jugendlichen durchgeführt. Die Gemeindemedien berichten regelmäßig und auf positive Art und Weise über die Fahrrad-Aktivitäten. Durch die vielen Maßnahmen gelingt es, den motorisierten Autoverkehr im Ort zu reduzieren und den Anteil der AlltagsradfahrerInnen zu steigern.


3. Zielformulierung

Für die Gemeinde Partschins werden folgende Ziele im Bereich Radverkehr definiert:

Bis 2030 soll ….

  •     der Radverkehrsanteil von 2% auf 8% gesteigert werden;
  •     80% der Bevölkerung der Ansicht sein, dass sich die Bedingungen für den Radverkehr verbessert haben; (aktuell ca. 66%)
  •     65% der Bevölkerung sich mit dem Fahrrad sicher in Partschins fühlen; (aktuell ca. 57%)
  •     65% der Bevölkerung antworten, dass das Ortszentrum gut mit dem Rad erreichbar ist; (aktuell ca. 57%)
  •     60% der Bevölkerung die Geschwindigkeit des Autoverkehrs als angemessen wahrnehmen; (aktuell ca. 52,5%)
  •     50% der Bevölkerung der Meinung sein, dass es genügend sichere Abstellanlagen in hochwertiger Qualität in Partschins gibt; (aktuell ca. 22,6%)


4. Partschins ist die 8. PRO-BYKE-Gemeinde im Burggrafenamt

Der Fahrradmobilität mehr Bedeutung schenken? Das hat sich nun auch die Gemeinde Partschins als Ziel gesetzt: Am 5. April 2025 wurde sie im Rahmen des Radlfestes von der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt als „PRO-BYKE-Gemeinde“ ausgezeichnet.

Vor ca. 10 Monaten ist die PRO-BYKE-Fahrradberatung der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt in der Gemeinde Partschins gestartet. Abgeschlossen wurde sie am 5. April mit der Auszeichnung zur „fahrradfreundlichen Gemeinde PRO-BYKE“. Beim Partschinser Radlfest nahmen Bürgermeister Alois Forcher und die Mitglieder des PRO-BYKE-Teams die Urkunde entgegen. 

Ziel der Beratung war es, einen Prozess zur Förderung der Fahrradmobilität in der Gemeinde zu starten. Dazu wurde im Juni 2024 eine Arbeitsgruppe, das PRO-BYKE-Team, mit verschiedenen Mitgliedern aus Politik, Gemeindeverwaltung, Jugend und SeniorInnen gegründet. Bei einem gemeinsamen Lokalaugenschein wurden Fahrradrouten und potenzielle Gefahrenstellen erhoben sowie Verbesserungsvorschläge diskutiert. Um ein Stimmungsbild zur Fahrradmobilität in Partschins einzuholen wurde im September eine Befragung bei der Bevölkerung durchgeführt. Gemeinsam wurden die Ergebnisse diskutiert und Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradsituation ausgearbeitet. Ende des Jahres 2024 erhielt die Gemeinde einen Maßnahmenkatalog, der für die Bereiche Organisation, Infrastruktur und Kommunikation insgesamt 23 Maßnahmen beinhaltet. Die PRO-BYKE-Beratung erfolgte durch die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt mit Unterstützung durch Anna Solderer vom Ökoinstitut Südtirol Genossenschaft. Die technische Begleitung erfolgte durch die STA Green Mobility. Auf Gemeindeebene wurde die Initiative von Referent Ulrich Schweitzer koordiniert.

Um als fahrradfreundliche PRO-BYKE-Gemeinde ausgezeichnet zu werden, mussten 8 Mindestkriterien umgesetzt werden. Unter anderem wurden die Projektinformationen und eine Vision zur Entwicklung der Fahrradmobilität auf der Gemeindehomepage implementiert. In den vergangenen Wochen wurde eine umfangreiche Erhebung zu den bestehenden Fahrradabstellanlagen und deren Optimierung durchgeführt. Bereits seit einigen Jahren werden Schulprojekte in Partschins und Rabland umgesetzt, wie die Aktion „Licht an“ oder die Fahrradsicherheitskurse. In den Gemeindemedien wird regelmäßig darüber berichtet und so die gesamte Bevölkerung für das Thema Fahrradfahren sensibilisiert.

In den kommenden Monaten und Jahren wird die Gemeinde an der weiteren Umsetzung der Maßnahmen arbeiten. Die Bezirksgemeinschaft wird die Gemeinde dabei weiter begleiten. Die Fahrradberatung PRO-BYKE wurde im Rahmen eines Interreg-Projektes von der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt gemeinsam mit der Stadt Vicenza, UTI (Unione territoriale intercomunale) delle Valli e Dolomiti friulane sowie dem Klimabündnis Tirol entwickelt. Weitere fahrradfreundliche Gemeinden im Bezirk sind Naturns, Lana, Algund, Marling, Tscherms, St. Leonhard in Passeier und Schenna.

Wir setzen in unserer Gemeinde Maßnahmen zur Erhöhung des Radverkehrsanteils, um das Radfahren für die Bürger attraktiver zu machen. Anregungen können Sie uns gerne jederzeit mitteilen.

Partschins, Mai 2025




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Zuletzt aktualisiert: 16.07.2025, 14:21 Uhr

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